Warme Flächen geben Wärmewellen ab. Auch die Fußbodenheizung. Wenn Estrich und Bodenbelag (rund 8 cm Aufbau) warm sind, erwärmt der Boden die direkt anliegende Luft. Die warme Luft steigt auf, kalte Luft rückt nach, erwärmt sich, steigt auf …

Dieser Vorgang (Konvektion) entzieht dem Boden beim Aufheizen bis zu 70 %
seiner Wärme. Wenn der Raum durchgeheizt ist, wird für die Erhaltung der
Raumwärme, dem Boden durch die aufsteigende Luft noch rund 30 % Wärme
entzogen. Da ein durchgeheizter Raum nicht mehr den Wärmebedarf aufweist
wie beim Aufheizen sinkt die gesamt abzugebende Heizleistung und damit
auch die Menge an Wärmestrahlung. Die restlichen 30 % bis 70 % der
benötigten Heizleistung wird durch Strahlungsaustausch an den Raum
abgegeben.

Wandheizung?

Bei der Wandheizung entfallen die Wände als Stellfläche. Die Ausleuchtung des Raumes mit Infrarotlicht (= Wärmewellen, Wärmestrahlung) ist nicht so gleichmäßig, wie bei der Raumklimadecke.

Heizkörper?
Der beheizte Raum wird, beim herkömmlichen Flachheizkörper, zu 70 %–90 % durch die zirkulierende Luft (Konvektion) erwärmt. Und nur zu ca. 10 %–30 % durch Wärmestrahlung. Hohe Konvektion und geringe Wärmestrahlung bedeuten warme Luft bei kühlen Oberflächen (insbesondere Böden und Wände). Dies führt zu einem andauernden Kältegefühl, welches durch erhöhte Lufttemperaturen (Energieverbrauch) ausgeglichen werden muss. Die starke Erwärmung der Winterluft, mit ihrem geringen absoluten Wassergehalt, lässt die relative Luftfeuchtigkeit deutlich (häufig unter 35 %) sinken.

Folgen sind:

  • Trockene Schleimhäute vor allem bei Augen und Nase
  • Erhöhte Staubbelastung der Raumluft
  • Höhere elektrostatische Aufladung der Raumoberflächen (insbesondere bei synthetischen Flächen)
  • Häufig das Gefühl von verbrauchter Raumluft
  • Höherer Energiebedarf u. a. durch höhere Lüftungsverluste

Fußbodenheizung?
Bei den üblichen Fußbodenheizungen, insbesondere bei sehr preiswerten Systemen, werden zwischen mittlerer Wassertemperatur und Oberfläche Bodenbelag durch Estrichaufbau und Bodenbelag ca. 12 Kelvin (K) abgedämmt. Der Boden ist also um ca. 12 K kühler, als das mittlere Heizungswasser. Bei Parkett-, oder Teppichbelägen ist der Abfall der Temperatur noch größer. Bei der Raumklimadecke ist die Deckenunterseite nur zwischen 2 K und 7 K kühler, als die mittlere Wassertemperatur. Damit lässt sich die Vorlauftemperatur um mindestens 5 K gegenüber herkömmlichen Fußbodenheizungen absenken (Temperaturdifferenzen werden in Kelvin angegeben. Dabei entspricht 1 Kelvin der Differenz von z.B. 10 °C zu 11 °C.). Achtung bei Fußbodenheizung ändert sich die Leistungsabgabe mit den Bodenbelägen und den Möbeln! Fußbodenheizungen erwärmen die Luft im Bodenbereich. Diese steigt in Intervallen nach oben reißt dabei Staub, Milben(kot), usw. mit. Die Fußbodenheizung hat zwar einen niedrigeren Konvektionsanteil als Heizköper-Heizungen, der Anteil ist aber noch immer relativ hoch.

  • Beim Aufheizen ~70 % zu 30 %
  • Durchgeheizt ~30 % zu 70 %
  • Nach jedem öffnen von Fenster/Türen usw. ~70 % zu ~30 %
  • Durchschnittlich ~50 % / 50 %

Raumklimadecke
Deckenheizungen gewährleisten durch ihre große Strahlungsfläche ein
gleichmäßiges Temperaturniveau innerhalb des Raumes. Die Wärmestrahlung
wird von allen Flächen innerhalb des Strahlungsbereiches zu ca. 90 %
absorbiert. Der Strahlungsanteil erreicht bis zu 98 %.